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INTELLIGENTE GEFÜHLE
"Digital Mirror 2" erscheint als Onlinemagazin im WWW!
Digital Mirror 2 |
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Onlinemagazin, 1995
© Infinite Tools & F. Bronner, München & Berlin
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"Digital Mirror" - die Zeitung aus dem Cyberspace! Diese Online-Informationsquelle
berichtet über alle medienrelevanten Themen, wie Internet, Btx, TV, Hoerfunk, Menschen, Tricks, Termine,
Adressen... Experten, Journalisten und Trendbeobachter berichten direkt von der schnell wachsenden Datenautobahn.
Datenbasis und Navigationssystem in einem, können wir direkt Online oder über Diskette, bzw. CD-Rom erscheinen.
Wir sind in allen Computern zuhause! Digital Mirror ist ein offenes System, das auf der Basis einer ständig
wachsenden Mediendatenbank aufbaut.
PRIVATSPHAERE im CYBERSPACE
"In den USA kaempfen Regierung, Industrie und eine elektronische
Guerillatruppe seit zwei Jahren darum, wieviel abhoersichere
Datenverschluesselung ein Staat ertragen kann - eine Vorschau auf den
kuenftigen Streit um buergerliche Freiheiten im digitalen Zeitalter -
Bericht vom Kryptokrieg". So beginnt ein Artikel von Steven Levy am
30.12.94 in der ZEIT (erstveroeffentlicht in der New York Times).Die
Grafik dazu stammt aus "wired" vom Juni 94. In Englisch gibt es vom
selben Autor einen ausfuehrlichen Bericht ueber den Entdecker des
"Public-Key- Systems", Whitfield Diffie. Seine Entdeckung, an der
Stanford Universitaet in Palo Alto, wuerden die Geheimdienste der
westlichen Welt heute gerne wieder rueckgaengig machen. Dieser Artikel
kann beim "wired-mailserver" per E-Mail angefordert werden. An
"info-rama@wired.com", kein Betreff, Text "get 2.11/features/diffie"und
"end" in die Zeile darunter. Einen Tag spaeter kommt dann die Datei
"Prophet of Privacy" über Whitfield Duffie zurueck.
KUENSTLICHE INTELLIGENZ gegen BETRUG
"Boersenbetrueger zittern und bangen" und "Insider bleiben
draussen". So wurde in der Computerfachpresse die Einfuehrung von
MONITARS bei der britischen Boersenfahndung angekuendigt. Kuenstliche
Intelligenz, natuerlicher Evolution nachempfunden, durchforstet riesige
Datenmengen innerhalb kuerzester Zeit nach verdaechtigen Bewegungen.
Die Monitars- Entwickler des University College London haben
mittlerweile die Firma Searchspace gegruendet, "um unter anderem
Monitars zu vermarkten". Nach dem aktuellen Vorfall in Hongkong und
London (Baring-Crash) wird sich das Programm sicher gut verkaufen! Eine
andere, vergleichbare Software in Deutschland soll sich seit Ende 1994
bei der Eurocard Service GmbH in Frankfurt um die Kunden kuemmern.
DENVER ist ein TOR zum HIMMEL
Satellitenuebertragungen in den USA routen ueber Denver! Die Stadt
liegt auf dem 105. Laengengrad. Nur von hier aus koennen
Kommunikationssatelliten angepeilt werden, die einerseits die US-
Ostkueste, Lateinamerika, Europa, Afrika und Nahost, und auf der anderen
Seite Westamerika, Asien, Australien versorgen. Ausser der Antarktis
wird damit die ganze Welt erreicht! So entwickelt sich Denver zum
"globalen Datenautobahnkreuz"! Es gibt aber auch historische Gruende
fuer die ungewoehnliche Konzentration von Kabelfernsehfirmen in
Colorado. In Denver wurde 1948 Amerikas Kabelfernsehen erfunden. Knapp
fuenfzig Jahre spaeter baute suedlich davon der Weltmarktfuehrer unter
den Kabelfernsehgesellschaften TCI fuer 100 Millionen Dollar eine 20
000 Quadratmeter grosse Datenkompressionsanlage. Bis zu 300 Programme
in digitaler Form kann die TCI-Anlage simultan ins Satellitennetz
einspeisen.
ERDBEBEN schlaegt WELLEN im CYBERSPACE
Beim Erdbeben in Japan wurden nicht nur Telefonkabel zerstoert -
alleine fuer deren Widerherstellung wird Japans halbstaatliche
Telekommunikationsgesellschaft NTT noch Monate brauchen! Das grosse
Erdbeben sei vor allem ein direkter Schlag gegen das zentrale
Nervensystem der Industrie - das Computer- und Kommunikationsnetz
gewesen. Dafuer koennen sich die Konkurrenten in Suedkorea auf
zusaetzliche Auftraege freuen. Aber schon ist die Rede von absehbaren
Lieferschwierigkeiten (in einigen Monaten) von Aktiv-Matrix-Displays.
ERZEUGTE REALITAETEN - STELARC, ORLAN und LOUIS BEC
Die "Neue Gesellschaft fuer Bildende Kunst" in Berlin zeigt immer wieder
Beachtenswertes in ihrer Galerie in der Oranienstraße. Bereits in 1994 war in der Reihe
"Realismusstudio 94" die Ausstellung "Erzeugte Realitaeten II" mit Werken von Stelarc, Orlan und
Louis Bec und dem gemeinsamen Ausstellungsthema "Der Koerper und der Computer" zu sehen. Geblieben ist ein
feiner Katalog, fuer den 10,- DM verlangt werden. Neue Gesellschaft fuer Bildende Kunst (NGBK), Oranienstr. 25,
10999 Berlin, Tel: 030 / 615 30 31.
CHAOS COMMUNICATION CONGRESS ´94 in Berlin
Ueber den 11. Chaos Congress werden sicher Baende gefuellt - von wem auch immer.
Ganz neu war der Ort - viele Hamburger weigerten sich, nach Berlin umzuziehen. Dafuer waren dann viele
Baerliener unterwegs. Das neue Chaos war trotzdem so vielfaeltig, dass noch sortiert wird. Wer aber unbedingt
sofort CHAOS will, erkundigt sich in BTX: "*CCC#", oder im Usenet: "de.org.ccc". Zukuenftige Beitraege in DM zu folgenden
Themen wurden auf dem Congress sicher inspiriert: E-Money, Verschluesselung, Electronic Publishing, Internetzugang
an Unversitaeten. Auf jeden Fall sofort zu empfehlen: das Programm/Handbuch zu "PGP - Pretty Good Privacy"
(Verschluesselungsprogramm) des Amerikaners Philip Zimmermann. Die deutsche Uebersetzung liegt vor, eine Diskette ist dabei.
Verlag ART D'AMEUBLEMENT, Bielefeld, ISBN 3-9802182-5-2, 25,- DM. In der zentralen Lage bei der Gedaechtniskirche, Bahnhof Zoo,
in Berlin, fand der ChaosCongress bereits ein wenig "Cyberinfrastruktur" vor. Gleich beim Zoo-Palast Kino findet sich in der
Hardenbergstr. 29 das "Cyberspace Cafe Berlin", was aber treffender als "VR-Spielesaloon" bezeichnet werden darf. Wer noch nie
einen solchen Schuppen von innen sah, darf da einfach nicht vorbeigehen!.
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Die ZUKUNFT der DEMOKRATIE
Howard Rheingold ueber Grundprinzipien der Computerkommunikation. Im Band 1 des
Ars Electronica Katalogs von 1994, "Intelligente Ambiente", finden sich ab Seite 206 die englische
Originalfassung und die deutsche Uebersetzung eines Vortrags von Howard Rheingold ueber die "Zukunft der Demokratie
und die vier Grundprinzipien der Computerkommunikation". "Die Macht von virtuellen Gemeinschaften und
Computernetzwerken basiert auf vier Besonderheiten der Computerkommunikation: Erstens, sie ist ein
"many-to-many medium" (viele-an-viele Medium). Zweitens laesst sie die Menschen auf neue Art und Weise miteinander
in Verbindung treten. Drittens wird sich die Macht der Technologie, die diese Gemeinschaften stuetzt, auch in
absehbarer Zeit weiterhin noch potenzieren, indem alle Medien zu digitalen Formen konvertieren. Viertens und letztens
kann der Cyberspace eine Plattform fuer Innovation werden, so dass Unternehmer neue Anwendungen fuer das neue Medium
entwickeln koennen. Neue Anwendungen, neuer Wohlstand, neue Macht fuer groessere Gruppen von Menschen koennen auf einer
Plattform entstehen, die fuer Innovation offen ist."
NETWORK - MULTIMEDIAVERLAG aus FRANKFURT
Das NETWORK-Programm enthaelt "Sounds aus aller Welt, wie sie in
diesem Umfang, in dieser Qualitaet und zu diesen Preisen kaum noch im
Schallplattenladen zu finden sind. Jazz, Blues, aber besonders World
Music bestimmen heute das Angebot. WORLDNETWORK gibt´s in Kooperation
mit dem WDR auch bei Zweitausendeins. In Volumen 1 - 28, 1 CD fuer
jeweils 24,90 DM, geht´s einmal musikalisch rund um den Globus. Einen
Katalog bestellen bei: NETWORK, Medien GmbH, Merianplatz 10, 60136
Frankfurt.
Am ENDE des MITTELALTERS
G 7-Treffen in Bruessel vereinbart Standards: technische
Verknuepfbarkeit der Maerkte fuer die neuen Produkte, Garantie von
Datensicherheit, Privatsphaere und Urheberrechte waren die wichtigsten
Punkte, fuer die Einigkeit bekundet wurde. Als Beispiele genannt wurden
die Vernetzung digitalisierter Bibliotheken, Datenaustausch zwischen
Aerzten und Krankenhaeusern ("blitzartig"), Umweltanalysen,
Katastrophenschutz-Systeme. Und Al Gore verglich die Entwicklung mit der
Erfindung der Buchdruckerkunst vor 550 Jahren. Demnach befinden wir uns
momentan irgendwo um 1400, das Dickste (das Mittelalter) haben wir ja
(GottseiDank) endlich hinter uns, alles wird besser, die Aufklaerung
kuendigt sich an! Aber halt, das sind doch immer noch 450 Jahre bis zur
Maerzrevolution ... !
ERSTES DEUTSCHES UNIRADIO
Radio Mephisto sendet ab Maerz aus Leipzig. Und ist damit das ERSTE
DEUTSCHE UNIRADIO !!!!! Herzlichen Glueckwunsch fuer diese Leistung!
DATENUEBERTRAGUNG im CB-BAND
Im deutschen CB-Band wird seit Anfang 1995 mit Datenuebertragung
experimentiert (USA seit zehn Jahren). Von den 40 Kanaelen im
Citizens-Band stehen Kanal 24 und 25 fuer DFUe zur Verfuegung. Die
Geschwindigkeit ist nicht als solche zu bezeichnen (effektiv 300-400
Baud, "Steinzeit-DFUe"), aber die Uebertragungen sind kostenfrei. Nach
Anschaffung einer Grundausruestung fuer nur 180,- DM. Die Verbindung
zwischen Computer und Funkgeraet bilden TNCs, Terminal Node Controller
(Modem).
DESIGNER-PILLE gegen DEPRESSIONEN
Schon seit laengerem berichten vor allem Psychiater aus den USA von
den wundersamen Auswirkungen des Antidepressivums PROZAC ("Fluctin") auf
die gesamte Persoenlichkeit ihrer Patienten. Es vermittle ein neues
Selbstbewusstsein, das den Anforderungen der modernen Gesellschaft
besser genuege, sagen sie. Peter D. Kramers Buch "LISTENING TO PROZAC",
in den USA ein unerwarteter Bestseller, ist nun auch auf Deutsch
erschienen. Kramer, Professor fuer Psychiatrie an der Brown University,
geht vor allem der Frage nach: "Was passiert, wenn man ein Mittel gegen
Depressionen nimmt und damit sein eigenes Ich veraendern kann, welche
Konsequenzen hat das auf die bisherige Psychotherapie und unsere
Vorstellung von Charakter und Persoenlichkeit?" Peter D. Kramer: "GLUECK
AUF REZEPT. Der unheimliche Erfolg der Glueckspille Fluctin". Ca. 400
Seiten. Gebunden ca. 48 Mark. Koesel. ISBN 3-466-30381-8.
KETTENBRIEFTRICK auf DISKETTE
Der alte Kettenbrieftrick hat seine moderne Variante gefunden. Die
Verbraucherzentrale Duesseldorf warnt vor Disketten, die undurchsichtige
und leichte Verdienste versprechen. Dahinter steckt beispielsweise die
Organisation "Computer Network Marketing" (CNM), die vor allem versuche,
die Arglosigkeit von Kindern auszunutzen. Die Texte versprechen 60 000
Mark Gewinn. Jeder, der 75 Mark einzahlt, bekommt einen Code, mit dem
die Diskette beliebig oft zu kopieren und dann weiterzugeben sei.
Gewinne der genannten Hoehe koennten aber hoechstens die Initiatoren
erwarten.
KLEIDER die sich SELBST BUEGELN
Tranquilizer Pyjamas, Anti-Grippe-Hosen, Paral-Hemd, UV-Kleidung,
alles High-Tech-Textilien in phantasievollsten Kreationen. Dabei
angenehm zu tragen und vom Computer individuell angepasst! Oder sollte
es besser eine schusssichere, "federleichte Bleiweste" sein? Auch
anspruchsvollen Charakteren kann zu einem TRAUMKLEID verholfen werden:
Chemiker koennen heute Fasern in der Entwicklung so konzeptionieren,
dass diese nach dem Waschen noch genau wissen, in welcher Form sie vor
der Spuelung waren! Dieser "Gen-Code der Kunst-Fasern" wird in einem
elektronischen Webstuhl eingegeben ... Wenn solche Stoffe dann zu
Kleidungsstuecken weiterverarbeitet werden, sind natuerlich ebenfalls
ueberall hilfreiche Computer zugange!
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EINFACHE PROGRAMME in HYPERTEXT
WorldWideWeb ist so erfolgreich, weil die internationalen
Verbindungen durch die zugrundeliegende Hypertextprogrammiersprache HTML
(HyperText Markup Language) sehr individuell zusammengestellt werden
koennen. Eigentlich ist es nicht richtig, HTML eine
HyperTEXTprogrammiersprache zu nennen, HyperMEDIA waere wohl
angemessener. HTML selbst wieder ist so erfolgreich, weil es fuer eine
Programmiersprache einfach viel zu einfach ist! D.h. die Macher der
Software haben einen vergleichbaren Spass beim Erstellen des Programms,
wie spaeter dann die Benutzer dieses Programms. Alle freuen sich!
(Ausser denen, die das alles schon wieder viel zu langsam finden ...)
"HTML-Code zu generieren" (programmiersprachlich fuer: ein
Computer-Programm schreiben) koennen alle, die schon einmal Texte
gegliedert oder Layout-Seiten gestaltet haben. Wer schon mal ein
Drehbuch geschrieben hat, wird HTML bald beten koennen! Im Usenet
existiert eine Diskussionsgruppe "alt.hypertext", wo die Details dieser
und anderer Hypertextprogrammiersprachen (das Windows-Hilfesystem ist
z.B. ein solches, HyperCard von Apple war das erste, kommerzielle
Hypertextprogramm) staendig diskutiert werden. Und der Markt der
nichtkommerziellen und kommerziellen HTML-Editoren (jetzt) bis zu
HTML-Entwicklungssystemen (am Entstehen) weist bereits eine reichhaltige
Auswahl auf. Davon muss nur MOSAIC genannt werden. MOSAIC und HTML und
WWW sind die verschiedenen Teile, die zusammen das WorldWideWeb
ausmachen (natuerlich sind hier die mechanischen Teile gemeint, im
Mittelpunkt des Ganzen stehen die vielen Millionen AKTIVEN User!).
Mosaic selbst ist ein Sharewareprogramm, d.h. es hat sich schnell von
selbst verbreitet, und beinhaltet ein Terminalprogramm, Netzwerktreiber
und die HTML-Programmumgebung. Viele Benutzer bekommen von alldem aber
gar nichts mit. Um eigenen HTML-Code zu generieren, braucht es dann nur
noch einen Editor, der ASCII-Text (internationaler Standardzeichensatz,
ohne Sonderzeichen) erzeugen kann. Und da die meisten Computerbenutzer
nunmal vor einer Textverarbeitung des Namens WINWORD6.0 sitzen, wird
jetzt sozusagen fuer die Mehrheit ein nuetzliches Tool zur Erstellung
von Hypertexten genannt: Microsoft hat schon im Januar in den USA einen
"Internet Assistant fuer MSWord6.0" veroeffentlicht.
ORGAN-MAFIA in INDIEN
Von ILLEGALEN ORGANTRANSPLANTATIONEN in der Dritten Welt und vom
weltweiten Handel damit, vor allem mit Nieren, hat man immer wieder gehoert. Doch
wirklich beweisen konnte man das alles bisher nicht. Der "stern" recherchierte nun die ersten
juristisch verfolgten Faelle illegaler Nierentransplantationen in Indien. Zur gleichen Zeit
wurden von der indischen Polizei erste Pflegeheime durchsucht und Verhaftungen vorgenommen.
Der "stern" schildert den Fall von Velu, Hilfsarbeiter aus dem kleinen Dorf Pallypallym. Von
einem Schlepper wurde Velu eine Arbeit als Bauarbeiter in Bangalore versprochen. Er wurde dort
zu angeblichen Blutspende-Terminen im "Yellama Dasappa Hospital" ueberredet, wo aber in
Wirklichkeit Velus Niere untersucht wurde. Nach dem Check wurde Velu narkotisiert. Als er
wieder erwachte, war ihm seine Niere entnommen und einer 30-jaehrigen Frau aus Saudi-Arabien
implantiert worden. Ohne dass er davon wusste. Verwundert ueber seinen Bauchverband, wurde Velu erklaert,
er sei aus dem Bett gefallen, woraufhin man ihn haette operieren muessen. Bei seiner Entlassung
steckte man ihm 5.000 Rupien zu, umgerechnet 250 Mark. Schon seit Monaten ermittelt in Bangalore
ein Team der Polizei gegen die Organ-Mafia, die keine Skrupel kennt. "Wir rechnen mit mindestens
1000 Faellen, in denen eine Mafia aus Schleppern, Mittelsmaennern und Aerzten Menschen ihre Niere
gestohlen und sie reichen Auslaendern eingepflanzt hat", sagt Kreispolizeiinspektor Victor D`Souza.
"Die Kriminellen haben damit Millionen verdient." Ein festgenommener Arzt berichtet in einem mittlerweile
widerrufenen Gestaendnis, fuer eine Niere wuerden von Kaeufern zwischen 25.000 und 50. 000 Mark bezahlt.
Von dieser Summe gingen lediglich ungefaehr 1.500 Mark an den sogenannten Spender.
Der NEUE JAMES BOND - POLITICALLY CORRECT
Der neue James Bond-Film, "Goldeneye" (mit Pierce Brosnan als 007)
soll wirklich neu sein. Dazu gehoert nicht nur, dass er in den 90ern spielt und
entsprechend modernste Computertechnik zeigt. Sondern auch, dass er mit den alten Klischees
bricht. Laut Drehbuch soll Bond "pc", "politically correct"sein! Der Kalte Krieg ist Vergangenheit.
Die Russen-Mafia steht im Zentrum der Handlung. Sowjet-Cracks steuern mit ihrem Computer
Satelliten. Die Basen werden unkontrollierbar. Ebenso MIG-Kampfbomber. Auch das Frauenbild ist
revidiert: Bonds Chef ist eine Chefin (Judi Dench), Killerin Xenia (Famke Janssen) setzt ihre
blossen Oberschenkel als totbringende Wuerge-Waffe ein und Natalya (Izabella Scorupco),
Computerspezialistin, hat die Welt per Rechner fest im Griff. Lediglich auf den Boesewicht
wollte man nicht verzichten. Gottfried John, Fassbinder-Schauspieler, uebernimmt als General
Ouromov diese Rolle.
TECHNO, HOUSE, JUNGLE und PUNK
In der Vielfalt der existierenden Stile zeigte sich 1994 ein neuer Stern am Musikhimmel:
beim JUNGLE "verschmelzen die Botschaften farbiger Ghetto-Kids mit dem Ragga Gesang bekannter Mcs,
untermauert mit Bass-Lines und vom Tekkno ausgeliehenen Break-Beats zu einer unglaublichen Melange,
die mit rasender Geschwindigkeit ueber die Dancefloors fegt." BOOYAKA, BOOYAKA!!! General Levy war
am 14.2.95 in der altehrwuerdigen Fabrik in Hamburg zu hoeren und zu sehen. Ihm wird die "Erfindung"
des Jungle zugeschrieben - und gleichzeitig wird er dafuer auch angefeindet. Er ist dreiundzwanzig
Jahre alt und hat beim Notthing Hill Carneval in London, im August 1994 den ersten Jungle-Rave vorgelegt.
Verlegt von Renk-Records, London, schaffte seine erste Single "INCREDIBLE" als erste Jungle-Record den
Sprung in die englischen Top Twenty. Hamburg ist nicht nur die deutsche Jungle-Zentrale (Powerhouse),
auch HOUSE wird hier an verschiedensten Plaetzen gepflegt: z.B. im Purgatory, natuerlich im FRONT und im EDK.
Im Tempelhof findet am 6.3. (Montag!) der "Netto House Club" zum siebten Mal statt. HAM ist ein neues,
norddeutsches "Magazine for House, Ambient & More". Redaktion: Robert Martin, Renettenweg 22, 22393 Hamburg,
Fax: 040 / 601 17 48. HAM gibt´s umsonst, z.B. in Plattenlaeden. DATA POOL ist ebenfalls umsonst und bietet
Terminlistings von TechnoRaves, Hitlisten und Neuerscheinungen diverser Labels: Data Pool, c/o M.Seifert,
Rutnikstr. 6, D-10367 Berlin. Wer Data Pool zugesandt bekommen will, schickt 10 DM in Briefmarken oder V-Scheck.
Einen Plattenladen, wo´s solche u.a. Publikationen, viele Eps fuer Djs! gibt, findet Ihr auf der REEPERBAHN 115
in Hamburg bei CONTAINER RECORDS (House/Techno/Trance). Hamburg ist beruehmt fuer seine GOA-HOTLINE 040 / 40191931
- viehrzehntaegig gibts im Maerz GOA-Parties in Harburg b. Hamburg, in der TOP TEN-Disco am Aussenmuehlendamm.
Wieder am 4. und 18.3.95 laesst dort die WALDHEIM-Crew auf einen sonnigen Sommer hoffen. In Muenchen gehen Raver
ins Empire und den Tempel. In Hamburg gibt´s weiterhin URBAN POETRY im Mojo Club, mittwochs 23:00 Uhr, vierzehntaegig.
Und weil Punk still alive and well durch die Lande donnert (Markenzeichen: California + NorthWest), sei hier
die Adresse des immer noch existierenden, weltweit erfolgreichsten Punkfanzines genannt: MAXIMUMROCKNROLL,
PO Box 460760, San Francisco, CA 94146-0760, $5. Komischerweise aus Augsburg kommt Deutschlands dienstaeltestes
Pendant TRUST, Salzmannstr. 53, 86163 Augsburg, 3,- DM. Nr. 50 muesste jetzt erscheinen. Herzlichen Glueckwunsch
zum Geburtstag, Punkopies!
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